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DIE GRÜNDUNG DES EVANGELISCHEN POSAUNENCHORES IN ELLMENDINGEN
(Auszüge aus dem Protokollbuch des Jünglingsverein -heute CVJM- und dem Buch "Otto Maurer - ein Lebenswerk" sowie mündlicher Überlieferung und Erinnerungen von Bläsern und Angehörigen)
30. Sept. 1901

Schon lange Zeit wurde der Wunsch laut, in unserem Jünglingsverein einen Posaunenchor zu gründen. Die Gründung scheiterte wegen Mangel an passenden Bläsern und an mangelndem Geld.


Da sich in Dietlingen schon ein Posaunenchor gebildet hat und dieser alte Instrumente verkaufen wollte, bot sich die Gelegenheit zu billigen Instrumenten. Sechs Mitglieder fingen an zu musizieren, später kamen noch welche dazu. Aber hier hieß es auch: "Aller Anfang ist schwer", denn es dauerte lange Zeit, bis wir etwas zustande brachten, denn es ging uns wie jenem Posaunenchor in Esslingen, von dem erzählt wird, daß im Anfang die "Geißen" durchgingen.

Als die ersten bläserischen Schwierigkeiten überwunden waren, entschlossen wir uns mit Hilfe unseres lieben Herrn Pfarrers neue Instrumente zu bestellen. Wir ließen uns dazu von verschiedenen Fabriken Preislisten kommen, und bestellten schließlich bei Musikinstrumentenmacher Ernst David in Bielefeld neun Instrumente. Am 29. September, 14 Tage nach der Bestellung, haben wir sie bekommen. Durch eine kleine finanzielle Belastung mußte am Anfang jeder Bläser 10 Mark bezahlen, die Neueintretenden zum Eintritt 3 Mark 50, und monatlich bis zu 10 Mark.

Am 9.November waren wir zum ersten Mal mit unseren Posaunen in Nöttingen, wo wir unseren ersten Vortrag hielten. Nach der Feier gaben wir mit dem Dietlinger Posaunenchor Pfarrer Spinnler in Nöttingen ein Geburtstagsständchen.

Ellm. 12.Nov. 1901

Aktive Mithilfe auch der Bläser beim Umbau/Ausbau der alten Pfarrscheuer zum Gemeindesaal unter Pfarrer Maurer. Der Posaunenchor bläst beim Richtfest 1902.

Während des 1. Weltkrieges ruhte die Chorarbeit, da alle Bläser zu den Waffen gerufen wurden.

Bis zu seinem Tod 1927 war Kirchenrat und Dekan Otto Maurer der Mitbegründer und geistige Vater des Posaunenchores, auch wenn er wegen Überlastung einige Zeit die Leitung des Chores begabten Bläsern übertrug.

1925 fuhr der Posaunenchor mit 2 Pferdegespannen und Leiterwagen übers Ranntal nach Eisingen zum dortigen Bezirksposaunentag.

Ab 1929 war Lehrer Fink der Leiter des Posaunenchores.

18. -25.2. 1932 Posaunentage im Marbachtal

Zu einem achttägigen Lehrgang unter der Leitung von Pastor Kuhlo trafen sich Bläser aus Baden und Württemberg. Unter anderem waren auch zwei Bläser aus Ellmendingen dabei. Den feierlichen Abschluß begingen die Teilnehmer anschließend in der Kirche in Brötzingen, wo sie zeigen konnten, was sie in den letzten Tagen gelernt hatten. Pastor Kuhlo selber blies bei dieser Feier mit.

Ca. 1936/37 war Posaunengeneral Johannes Kuhlo in Ellmendingen und blies während der Predigt einen Choral von der Kanzel.

In dieser Zeit war auch ein Bläsertreffen des oberen Pfinztales unter der Leitung von Berthold Stober und im Beisein von J.Kuhlo.

Vor dem 2. Weltkrieg wurde Friedrich Karl Augenstein Leiter des Posaunenchores. Er führte den Chor nicht nur durch die anbrechenden schweren Zeiten, sondern er sorgte unermüdlich für die Instandhaltung und die Neuanschaffung der Instrumente mit seinem finanziellen Zuwendungen.

Während des 2. Weltkrieges bliesen einige wenige Mitglieder bei den Trauerfeiern der gefallenen Kameraden.

Ab 1946 übernahm Berthold Mayer als Leiter und Dirigent den Posaunenchor und begann mit der Ausbildung von Jungbläsern.

In dieser Zeit war in Heidelberg ein Landesposaunentag. Einige Bläser machten sich von Ellmendingen auf und fuhren mit einem Milchwagen mit Holzvergaser von Gustav

Drollinger dorthin. Unterwegs mußte ein Sack trockenes Holz "getankt" werden, und dann ging es weiter.

1954 begann eine neue Jungbläsergruppe, die auf Bläserlehrgängen unter Landesposaunenwart Emil Stober neue Bläsermusik mitbrachten.

1961 war in Ellmendingen ein Bezirksposaunentag in der Winzerhalle.

Um ca. 1966 fanden die Chorproben wegen der Renovierung des Gemeindesaales im Schuhladen von Hubert Augenstein statt. In diesen Jahren kam auch immer wieder Bezirkschorleiter Günter Brommer, um den Chor zu besuchen und Hilfestellung zu geben.

1966 übernahm auch Rolf Mayer das Dirigentenamt von seinem Vater.

Ab 1972 begann eine Reihe von Jungbläserausbildungen unter unserem Chorobmann Ernst Bär, so daß der Chor bis auf ca. 30 aktive Bläser anwuchs.

1987 wurde Andreas Bär nach einer einjährigen Übergangszeit von Wolfgang Mayer Dirigent des Posaunenchores.

2001 Honnerd Johr Posaunenchor Ellmendinden.